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Alles ist politisch...

Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen." 

George Orwell

30.12.'20 : Ein schwieriges und anstrengendes Jahr liegt hinter uns allen. Viele Menschen befinden sich in Sorge um ihre Zukunft und bangen um die Gesundheit ihrer Angehörigen oder trauern. 2020 hat uns gnadenlos vor Augen geführt, worauf es in einer Gesellschaft wirklich ankommt, ankommen MUSS! 

Was wird ausser Trauer und Verzweiflung bleiben aus diesem geschichtsträchtigen Jahr? 

Vielleicht, dass wir als Menschen, als Menschheit lernen können, uns eindringlich überlegen müssen, in welcher Gesellschaft und in welcher Welt wir in Zukunft leben wollen? Nichts muss so bleiben, wie es war oder ist. Jeden Tag können wir aufs Neue wagen, hoffen und etwas dafür tun, dass sich unsere Welt zum Besseren wendet. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Hoffnung und Zuversicht für das neue Jahr!

 

Mit bestem Gruß

 

Katja Richter

30.12.'20

Der Schwerpunkt in meinem Leben hat sich verlagert. Nach über zwanzig Jahren Kindererziehung als Fünfachmama, dreht sich mein Leben zunehmend um die Politik. 

 

Der Tag an dem die AfD Einzug in den Bundestag hielt, veränderte meine Welt schlagartig. Als ich in meiner Jugend vieles über die Weimarer Republik und die darauf folgende Herrschaft der Nationalsozialisten las, schwor ich mir seinerzeit: Sollte ich jemals in meinem Leben ähnliche Vorgänge beobachten, wie eben jene, die zu der Schreckensherrschaft der Nazis geführt haben, werde ich mich unverzüglich politisch dagegen einsetzen. Und so kam es, dass ich über einen kurzen (und frustrierenden) Ausflug in die SPD, zur Partei Die Linke. fand. Ich bin Mitglied im Kreisvorstand von Die Linke. Merzig-Wadern, sowie stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin in der BO Die Linke. Düppenweiler. 

Als überzeugte Antifaschistin gehören Antirassismus, Antisemitismus und Antifaschismus für mich zur DNA eines Linken. Hierfür werde ich immer wieder streiten, mich vehement und unermüdlich einsetzen.

 

Wenn man fünf Kinder großgezogen hat bzw. großzieht, in einer Gesellschaft, in der die sogenannte "Care-Arbeit" oftmals nur müde belächelt wird und mit einem Mann verheiratet ist, der Schichtarbeiter ist, bekommt man die sozialen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft ständig  zu spüren. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit bleiben viel zu oft Worthülsen hinter denen sich tatsächlich nichts anderes als eine Zweiklassengesellschaft verbirgt!

Weil ich um die vielen Lücken gerade auch im Bereich Leseförderung weiß, engagiere ich mich ehrenamtlich und versuche Bücher und Geschichten zu ALLEN Kindern zu bringen, um sie für phantatstische Abenteuer zu begeistern und ihnen einen ersten Baustein in die Hand zu geben, mit dem sie einmal bauen können. Doch während es Kinder gibt, die jeden Tag anderweitig gefördert werden, bleiben immer noch zu viele auf der Strecke. Jeden Tag. Mitten in Deutschland. Bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, können ihr Potential nicht ausschöpfen, oder kämpfen mit den Sorgen und Nöten in ihrem Elternhaus.

 

Das Leben ist härter geworden, die Luft dünner. Man strampelt sich ab, um sein Leben halbwegs in Würde zu bestreiten und doch spüren wir alle: Die Gräben werden tiefer und die Zäune höher. Während uns immer wieder die Geschichte vom sozialen Aufstieg erzählt wird, haben wir hier unten längst begegriffen, dass es sich um ein Märchen handelt. Nach wie vor entscheidet unser Elternhaus, der Bildungsgrad unserer Eltern und eben nicht zuletzt ihr Geldbeutel, welchen Weg wir nehmen (oder eben auch nicht!). Natürlich gibt es Ausnahmen, einige, die es trotz aller Widrigkeiten schaffen. Aber es sind und bleiben einfach zu wenige!

 

Und während also weiterhin eine Politik betrieben wird, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht, sehen wir dem Untergang zu. Einem Schauspiel a la "Titanic". In die Rettungsboote schaffen es eben immer nur die Anderen, während uns eine faire Chance von Anfang an verwehrt wird. Abgeriegelt in der 3. Klasse. Geopfert auf dem Altar des Kapitalismus, für den Profit und Erfolg Weniger. Schuftend als Lohnsklaven. Als Leiharbeiter oder gegängelt und geknebelt durch Werkverträge. Der Ausbeutung preisgegeben, ohne Hoffnung, dass sich mal etwas ändert, das auch hier unten ankommt. Und es wird auch weiterhin keine großartigen Verbesserungen für uns geben, wenn wir sie nicht lautstark einfordern. Wir dürfen die stetig wachsende Ungleichheit nicht hinnehmen. Aber jeder Einzelne von uns alleine, kann das nicht bewerkstelligen. Im Hamsterrad des schröpfenden Alltags gefangen, lähmt uns eine bleierne Müdigkeit. Nur zusammen können wir neuen Mut und neue Kraft schöpfen und etwas ins Wanken bringen, das unermüdlich zementiert wird von den Herrschenden.

 

Der Mensch muss im Vordergrund stehen und eben nicht der Profit und das Kapital! 

Was ist ein Mensch im Kapitalismus wert? Mittel zum Zweck, um sich die Taschen weiter vollzuscheffeln. Und was weg kann, kann weg!?

 

Wir müssen kämpfen für eine andere, eine gerechtere Zukunft. Müssen uns erheben, zusammenstehen und für den Wohlstand aller eintreten!

 

Nichts muss so bleiben, weil es schon immer so war. Und jeder Schritt nach vorne, ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn wir ihn Schulter an Schulter gemeinsam bestreiten.

 

Es wird kein einfacher Weg sein, sondern ein langwieriger, mühevoller und steiniger. Doch wir müssen ihn bestreiten. Für unsere Kinder, für künftige Generationen, für eine andere, eine solidarischere Gesellschaft.

 

K.R.

September...

Mein Dank geht an die Kulturwerkstatt Beckingen, die mein Gedicht 

"Festung Europa" am schwarzen Brett angekreidet hat.

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© Katja Richter