Katja Richter

 

Das Licht der Welt erblickte ich im August 1979 im saarländischen Merzig. Geschichten begleiten mich schon mein ganzes Leben. Kaum des Lesens mächtig, verbrachte ich zahlreiche Stunden stöbernd zwischen den Bücherregalen der Bibliothek meiner Heimatstadt. Ein Buch aufzuschlagen, bedeutete für mich in andere Welten reisen zu können, um mit all meinen mutigen Helden unzählige Abenteuer zu bestreiten. Schon früh schrieb ich erste kleine Geschichten und fand nirgendwo mehr Glück, als zwischen zwei Buchdeckeln.

 

 

Besondere Freude macht es mir immer wieder vorzulesen. Es gibt einfach nichts Schöneres, als eine zauberhafte Geschichte, die uns in andere Welten führt. 

 

Aber mein Herz schlägt nicht nur für phantastische Literatur. Auch Lyrik begleitet mich seit meiner Kindheit. Das Dichten war für mich immer essentiell. Gerade in schwierigen Lebenslagen fand ich neben dem Zeichnen nie ein geeigneteres Medium, zum Verarbeiten all jener Missstände, die mich eigentlich immerzu beschäftigen. 

 

Besonders am Herzen liegt mir die Leseförderung. Regelmäßig bin ich mit dem Erzähltheater, meinem Geschichtenkoffer, in verschiedenen Einrichtungen im Saarland unterwegs. Es macht mir einfach Freude und ich möchte einen Teil dazu beitragen, dass auch die Kleinen diese wundervolle und grenzenlose Welt der Phantasie erleben können und eintauchen in eine fremde Welt voller Abenteuer! Hier schließt sich der Kreis, denn wo ich heute zwischen den kleinen Zuhörern sitze, saß ich einst selbst als Kind und lauschte gebannt den Geschichten, die all jene Sehnsüchte und Wünsche in mir weckten, die mich heute zum Schreiben bewegen.

 

Bislang habe ich verschiedene Kurzgeschichten veröffentlicht.Inspiriert von meinen eigenen Kindern entstehen auch immer wieder Geschichten für Kleine. (mehr Infos dazu auf meiner Künstlerinnen-website www.autorinkatjarichter.de) Weitere Projekte sind in Arbeit. Zur Zeit arbeite ich an einem Gedichtband. Als Kreativschaffende bin ich künstlerisch vielseitig unterwegs und dementsprechend liegen mir Kunst & Kultur auch besonders am Herzen.

 

 

Vor einiger Zeit habe ich mich dazu entschlossen, politisch aktiv zu werden. Im Rahmen meiner politischen Tätigkeiten, entstehen auch immer wieder Texte zu Themen, die mir auf den Nägeln brennen. Eine Auswahl findet sich in der Kategorie "Politische Texte". 

 

Wenn ich meine Nase also nicht gerade in Bücher stecke, schreibe oder zeichne, findet man mich auch in der Erde buddelnd im Garten, wandernd, radelnd oder fotografierend auf einer der unzähligen Traumschleifen in unserem schönen Saarland und nicht zuletzt, beim Bändigen meiner Stubentiger und Hunde. 

 

Ich lebe mit meiner Familie im traditionsreichen Örtchen Düppenweiler, welches in der grünen Gemeinde Beckingen liegt.

 

Warum jetzt Politik?

 

Der Tag an dem die AfD Einzug in den Bundestag hielt, veränderte meine Welt schlagartig. Als ich in meiner Jugend vieles über die Weimarer Republik und die darauf folgende Herrschaft der Nationalsozialisten las, schwor ich mir seinerzeit: Sollte ich jemals in meinem Leben ähnliche Vorgänge beobachten, wie eben jene, die zu der Schreckensherrschaft der Nazis geführt haben, werde ich mich unverzüglich politisch dagegen einsetzen. Und so kam es, dass ich über einen kurzen (und frustrierenden) Ausflug in die SPD, zur Partei Die Linke. fand. Ich bin Mitglied im Kreisvorstand von Die Linke. Merzig-Wadern, sowie stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin in der BO Die Linke. Düppenweiler. 

Als überzeugte Antifaschistin gehören Antirassismus, Antisemitismus und Antifaschismus für mich zur DNA eines Linken. Hierfür werde ich immer wieder streiten, mich vehement und unermüdlich einsetzen. Für mich kann nur eine linke Politik den Weg in eine bessere, eine gerechtere und solidarischere Zukunft weisen. Die Linke ist nicht käuflich sondern authentisch und verschafft all jenen ein Gehör, die keine Lobby haben in unserem Land. 

 

Dabei muss uns bewusst sein, dass wir die Kämpfe der Vielen zusammenführen müssen. Was nutzt es Minderheiten gegeneinander auszuspielen, wenn wir einen Kampf unten gegen oben führen müssen, um endlich eine Kehrtwende für all jene zu erreichen, die nicht gesehen und gehört werden? ( Unter "Politische Texte findet ihr z.B. den Text "Warum der Flüchtling der Armutsrenterin nichts weggnimmt".)  Unsere Gesellschaft ist zutiefst gespalten. Die Gräben, die ohnehin bestanden, sind in den vergangenen Jahren nochmal erheblich tiefer geworden. Inzwischen klafft eine tiefe Kluft mitten durch unsere Gesellschaft und sie sorgt dafür, dass die Hürden ein würdiges Leben führen zu können, immer höher und für viele unüberwindbar werden. Die Menschen, die sich dessen bewusst sind, wenden sich ab von der Politik, sind enttäuscht, frustriert, alleingelassen und oftmals auch wütend. 

 

Wenn man, wie ich fünf Kinder großgezogen hat bzw. großzieht, in einer Gesellschaft, in der die sogenannte "Care-Arbeit" oftmals nur müde belächelt wird und mit einem Mann verheiratet ist, der Schichtarbeiter  in der Autozuliefererindustrie ist, bekommt man die sozialen Ungerechtigkeiten und Härten in unserer Gesellschaft ständig  zu spüren. Viele Menschen befinden sich in Kurz -oder Leiharbeit und bangen um eine sichere Zukunft für sich und ihre Familien. Frauen, bekommen noch immer erheblich weniger Gehalt für die gleiche Arbeit und sind so auch besonders schwer von Altersarmut betroffen. Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, bleibt nach wie vor ein Drahtseilakt. Kitagebühren und Betreuungskosten belasten die oftmals klammen Haushaltskassen nach wie vor, dazu kommen Gebühren für Schulbuchausleihen und eine Schülerbeförderung, die immer noch nicht für alle kostenfrei ist. Nicht viel anders sieht es mit dem Schul -und Kitaessen aus. Ein Staat, der ohne mit der Wimper zu zucken und völlig bedingungslos Milliarden für Konzerne ausgibt, die wiederum Mitarbeiter entlassen, gleichzeitig aber horrende Dividende ausschütten, sollte sich fragen, wie es mit Investitionen in unsere Kinder aussieht. Kinder sind unsere Zukunft, sie sind die Gesellschaft von morgen und darin liegt eine Tragik, denn:

 

Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit bleiben viel zu oft Worthülsen hinter denen sich tatsächlich nichts anderes als eine Zweiklassengesellschaft verbirgt!

Weil ich um die vielen Lücken gerade auch im Bereich Leseförderung weiß, engagiere ich mich ehrenamtlich und versuche Bücher und Geschichten zu ALLEN Kindern zu bringen, um sie für phantatstische Abenteuer zu begeistern und ihnen einen ersten Baustein in die Hand zu geben, auf dem sie einmal aufbauen können. Denn während es Kinder gibt, die jeden Tag anderweitig gefördert werden, bleiben immer noch zu viele auf der Strecke. Jeden Tag. Mitten in Deutschland. Bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, können ihr Potential nicht ausschöpfen, oder kämpfen mit den Sorgen und Nöten in ihrem Elternhaus. Jedes 5. Kind in Deutschland lebt in Armut oder ist von Armut bedroht! Ein so wohlhabendes Land wie Deutschland leistet sich diesen Skandal seit vielen Jahren. Die Probleme sind bekannt und doch ist man offensichtlich nicht in der Lage, diese unerträgliche Tatsache endlich nachhaltig anzugehen. 

 

Die jahrzehntelange Fehlpolitik der Regierungsparteien, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und das nicht nur im Sozialsystem. Menschen werden gegängelt, gemaßregelt und gedemütigt. Wer etwas haben will, hat zu parrieren! Es sei denn, er ist ein großer Konzern.

 

Eine mangelhafte Umweltpolitik, lange stiefkindlich abgehandelt und reine Kosmetik, so wie das Unterschätzen eines Klimawandels, dem schon längst nachhaltig hätte begegnet werden müssen, hat uns gezeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem wir uns befinden! Dem ewigen Streben nach Profit und Gewinnmaximierung wurde und wird alles untergeordnet. Wir brauchen eine sozial-ökoligische Wende und die darf eben NICHT auf dem Rücken der "kleinen Leute" abgeladen werden. Es kann doch nicht sein, dass eben jene, die den kleinsten CO2-Fußabdruck besitzen, geschröpft werden. Klimawende: JA! Aber: Sie kann und muss soztialverträglich gestaltet werden. Hier bedarf es eines kostenlosen ÖPNV, denn es geht in erster Linie darum, dass wir unser Mobilitätsverhalten ändern können und hierzu ist ein modernener ÖPNV zwingend erforderlich. Auch und gerade in ländlichen Regionen, muss der ÖPNV endlich attraktiver werden, durch eine bessere Anbindung und alltagstaugliche Taktung. Bahnstrecken können und müssen reaktiviert werden, auch um wieder mehr Güterverkehr auf die Schienen zu bringen und so den Schwerlastverkehr einzudämmen.

Einer umweltfreundlichen Mobilität muss unbedingt mit dem Ausbau des Radverkehrs Rechnung getragen werden. Hier brauchen wir intelligente und innovative Radwegekonzepte, die uns den Weg in eine andere Mobiltät weisen. Jahrzehntelange Veräumnisse müssen endlich ein Ende haben und es muss zeitnah eine verbesserte und sichere Radinfrastruktur geschaffen werden, auch hier spielt der ländliche Raum und die Vernetzung kleiner Ortschaften miteinander eine essentielle Rolle.

 

Wir brauchen im Rahmen der Energiewende mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien. Hier müssen die BürgerInnen mitgenommen und (auch finanziell) beteiligt werden! Wir brauchen mehr Transparenz und Einbindung der Menschen in Planungsvorhaben, nur so können wir zeitnah die so wichtigen Schritte der Klimawende gehen. 

 

Das Leben ist härter geworden, die Luft dünner. Man strampelt sich ab, um sein Leben halbwegs in Würde zu bestreiten und doch spüren wir alle: Die Gräben werden tiefer und die Zäune höher. Während uns immer wieder die Geschichte vom sozialen Aufstieg erzählt wird, haben wir hier unten längst begegriffen, dass es sich um ein Märchen handelt. Nach wie vor entscheidet unser Elternhaus, der Bildungsgrad unserer Eltern und eben nicht zuletzt ihr Geldbeutel, welchen Weg wir nehmen (oder eben auch nicht!). Natürlich gibt es Ausnahmen, einige, die es trotz aller Widrigkeiten schaffen. Aber es sind und bleiben einfach Ausnahmen!

Die Pandemie hat uns schonungslos vor Augen geführt, wo die Schwachstellen in unserer Gesellschaft sind. Ein Gesundheitssystem, das jahrelang kaputtgespart und auf Profit getrimmt wurde, konnte nicht gerüstet sein, für eine solche Krise. Dazu der seit vielen Jahren bestehende Fachkräftemangel im Pflegebereich. Die schlechten Arbeitsbedingungen und ein bescheidener Lohn, trugen nicht zur Attraktivität der Pflegeberufe bei. Das Ergebnis präsentiert uns die Pandemie schonungslos. Sie offenbart, dass in unserer Gesellschaft nicht der Mensch, sondern der Profit im Mittelpunkt allen Denkens und Handelns steht. Doch wir brauchen ein anderes Gesundheitssystem, müssen den Mensch wieder in den Mittelpunkt stellen, denn früher oder später betrifft das Thema jeden von uns! Pflegekräfte leisten Unermessliches in jenen Tagen und wir sollten uns fragen, was uns diese aufopferungsvolle, so wichtige Arbeit wert ist? 

 

Und während also weiterhin eine Politik betrieben wird, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht, sehen wir dem Untergangsszenario zu. Einem Schauspiel a la "Titanic". In die Rettungsboote schaffen es eben immer nur die Anderen, während uns eine faire Chance von Anfang an verwehrt wird. Abgeriegelt in der 3. Klasse. Geopfert auf dem Altar des Kapitalismus, für den Profit und Erfolg Weniger. Schuftend als Lohnsklaven oder Leiharbeiter, gegängelt und geknebelt durch Werkverträge. Der Ausbeutung preisgegeben, ohne Hoffnung, dass sich mal etwas ändert oder verbessert. Etwas, das auch hier unten ankommt. Und es wird auch weiterhin keine großartigen Verbesserungen für uns geben, wenn wir sie nicht lautstark einfordern!

Wir dürfen die stetig wachsende Ungleichheit nicht hinnehmen. Aber jeder Einzelne von uns alleine, kann das nicht bewerkstelligen. Im Hamsterrad des schröpfenden Alltags gefangen, lähmt uns eine bleierne Müdigkeit. Nur zusammen können wir neuen Mut und neue Kraft schöpfen, um all das ins Wanken und in Bewegung zu bringen, das unermüdlich zementiert wird von den Herrschenden, die nur ihren eigenen Profit vor Augen haben.

 

Der Mensch muss im Vordergrund stehen und eben nicht der Profit und das Kapital! 

Was ist ein Mensch im Kapitalismus wert? Mittel zum Zweck, um sich die Taschen weiter vollzuscheffeln. Und was weg kann, kann weg!? Wie soll unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen? In welcher Welt wollen wir leben?

 

In einer Welt, die die Verantwortung trägt für Armut, Hunger, Elend und Flucht? Und in einem Europa, dass Festungsmauern zementiert, auf unmenschlichste Weise interagiert, in dem es weder eine zivile Seenotrettung unterstützt, sondern sie behindert und strafrechtlich verfolgt, noch eine staatliche Seenotrettung installiert, um Frauen, Männer und Kinder in Seenot vor dem Ertinken und so vor dem sicheren Tod zu retten. Auch durch den fortschreitenden Klimawandel, werden immer mehr Menschen zur Flucht gewzwungen, weil ihr ursprünglicher Lebensraum bedroht ist und keine Lebensgrundlage mehr bietet. Die kostbare Artenvielfalt, die unser Planet beherbergt, schrumpft auf fatale Weise und in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Wir betreiben einen Raubbau an der Natur, als spiele all das keine Rolle.

 

Wir müssen kämpfen für eine andere, eine gerechtere und solidarischere Zukunft. Wir müssen uns erheben, zusammenstehen und für den Wohlstand und ein Leben in Würde aller eintreten! Dabei darf niemand auf der Strecke bleiben und Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder das Geschlecht, dürfen dabei keine Rolle spielen.

 

Wir müssen endlich neue Wege einschlagen und uns als Menschheit auf andere Pfade begeben, auf denen weder der Mensch, noch die Natur, durch unsere Wirtschafts -und Lebensweise auf der Strecke bleiben!

 

Nichts muss so bleiben, weil es schon immer so war. Und jeder Schritt nach vorne, ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenn wir ihn Schulter an Schulter gemeinsam bestreiten.

 

Es wird kein einfacher Weg sein, sondern ein langwieriger, mühevoller und steiniger. Doch wir müssen ihn bestreiten. Für unsere Kinder, für künftige Generationen, für eine andere, eine solidarischere Gesellschaft und eine bessere Welt.

 

Packen wir es an!

 

Katja Richter

 

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